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Nordseezeitung / 23.10.2006

 Jubel setzt beim ersten Akkord ein

Franz Benton gibt im TIF Gas und begeistert seine Fans

(Ulrich Müller)

 Bremerhaven.

Echte Fans haben den Rhythmus im Blut und brauchen zum Mitklatschen oder –singen keine Aufforderung. Echte Fans sind textsicher, und das mindestens 20 Jahre rückwirkend. Echte Fans bringen gute Laune mit und feiern ihren Star am Ende mit stehenden Ovationen. Der Münchner Sänger und Songschreiber Franz Benton hat solche Fans. In Süddeutschland sowieso, aber auch im Norden, wie sein Konzert im Theater im Fischereihafen (TiF) eindrucksvoll bewies.

Ein silberner Kerzenleuchter, wabernder Bühnennebel und blaues Licht; zu melancholischen Keyboardklängen begann Benton mit „Love is the Ocean“ seinen nördlichsten Auftritt. Stimmungswechsel zu Rot; beim romantischen „Your Skin is my Castle“ konnte Harfenist Kiko Pedrozo, nebenbei für die Perkussion zuständig, schon mal sein Können andeuten. Für „Leaving Home“ schnallte Tastenspezialist Hansi Zeller das Akkordeon um und gab ordentlich Gas. Drei Stücke ohne Pause, erst dann folgte die Begrüßung: „Guten Abend, Bremerhaven“.

Straffer Auftakt

Ein straffer Auftakt gewinnt das Publikum, aber im TiF gingen Bentons Bemühungen ins Leere. Hier war die Schlacht nämlich lange geschlagen und die Zuschauer jubelten und feierten ohnehin vom ersten Gitarrenakkord an mit: „Let’s have a good Time – oh ho ho ho!“ Keine Frage, sie hatten eine gute Zeit.

Der Meister enttäuschte sie nicht und spielte sich mit seinen beiden virtuosen Mitstreitern durch ein ausgewogenes Programm aus Folk, Pop und schönen Balladen.

20 Jahre Erfahrung und eine starke Bühnenpräsenz; geschickt zwischen Frotzelei und Selbstironie lavierende Ansagen machten den grauhaarigen Lockenkopf noch sympathischer.

Zweieinhalb Stunden vergingen wie im Flug, und die Stimmung wurde nur durch die Ankündigung einer längeren Konzertpause getrübt: „Ooooh“, bedauerten die Fans immer wieder kollektiv.

Ein echter Fan reist übrigens ohne Blick auf den Fahrplan von Hannover nach Bremerhaven. So durfte sich Franz Benton am Ende auch noch als Vermittler von Mitfahrgelegenheiten beweisen. Das machte er aber gern.


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