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Frankenpost vom 9.12.2006

Abschied auf Zeit des Popmusik-„Gurus“ (von Kerstin Starke)

Hof – Die Zuhörer – bis auf eine Hand voll alles eingefleischte Fans – können es kaum erwarten, bis ihr Franz Benton im Rahmen seiner „20-Jahre-Jubiläumstour 2006“ endlich die kleine Bühne im voll besetzten Haus Theresienstein betritt. Zunächst nimmt allerdings Hansi Zeller, seit etwa einem Jahr mit Benton musikalisch unterwegs, Platz am Keyboard, und zarte Töne ziehen von der Bühne aus durch den Raum. Nur ein Leuchter mit künstlichen Kerzen sorgt für romantisches Licht. Der junge Mann wird im Laufe des Abends noch großen Eindruck machen mit exquisitem Akkordeonspiel und einfühlsamer Keyboardbegleitung.

Applaus brandet auf, als der Südamerikaner Kiko Pedrozo seinen Platz an der Harfe einnimmt. Er legt sogleich eine virtuose Melodie über den dichten Klangteppich des Keyboards. Pedrozo, mit dem Benton schon seit vielen Jahren zusammenarbeitet, wäre – das wird spätestens bei den harmonischen Instrumentalsequenzen während des Abends deutlich  - aus diesem Konzert gar nicht wegzudenken.

Dann endlich betritt Franz Benton in schwarzem Frack und schwarzer Lederhose selbst die (schwarz) eingerahmte Bühne; frenetisch begrüßt, fast wie ein Guru. „Vielleicht für viele Jahre“, verkündet er seinen Fans, sei er nun zum letzten Mal hier. Eine Mitteilung, auf die er während des Konzertes mehrmals zurückkommt, wenn auch mit immer mehr Ironie in der Stimme. Ein wiederholtes langgezogenes, bedauerndes „Ooohhh!“ seiner Fans kann ihn da auch nicht umstimmen.

Umgekehrt reißt seine Musik alle mit, und viele singen. Neben altbekannten Songs, darunter die Beatles-Anleihe, „Eleanor Rigby“, hören die Gäste im Stein auch einiges von der neuen CD „To the Queen of the Islands“ wie etwa den Titelsong oder „Six in the Morning“.

Es ist augenscheinlich: Bentons Mischung aus humorvoller Unterhaltung mit dem Pubikum, dem er etwa seine Schlafbeschwerden („präsenile Bettflucht“) klagt, und unkomplizierter Popmusik kommt an bei den Fans; zumal das Ganze mit geschickten Licht-Arrangements angereichert und von wirklich exzellenten Musikern dargeboten wird.

Die haben offensichtlich Spaß am Musizieren und Gelegenheit dazu: Da darf einmal Kiko mit einem Stück glänzen, das sich aus einer Harfenmeditation zu einem virtuosen Solo mausert, dann wieder verzaubert Hanns Zeller am Akkordeon die Gäste mal mit französischer Musette mal mit irischen Step-Dance-Klängen. Am stärksten sind die Musiker aber gemeinsam, wenn sich Franz Benton mit der Akustikgitarre und seiner unverwechselbaren rauchigen Stimme zu den anderen gesellt.



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