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WAZ / NRZ vom 8.12.2005

MUSIK FÜR GOURMETS

Franz Benton gastierte zum fünften Mal in Rheinberg. Das Publikum war begeistert ( von Peter Bussmann)

Rheinberg. Einst begleitete er die Größten der Pop-Musikszene. Vor fast 20 Jahren entpuppte er sich bei einer Europa-Tournee von Chris de Burgh als einer der stimmgewaltigsten Sänger; er begleitete Tina Turner, Joe Cocker und Eric Clapton bei ihren Open-Air-Tourneen. Längst ist Franz Benton selbst einer der ganz Großen; zum fünften Mal gastierte er jetzt in der Rheinberger Stadthalle – diesmal vor fast vollem Haus. Denn einige seiner Fans erinnerten sich noch daran, dass Franz Benton, damals noch unbekannt, 1994 in Rheinberg kaum Publikumszuspruch fand. Doch das änderte sich schnell: Noch drei Mal, zuletzt 2001, war Benton in Rheinberg, präsentierte erstklassige Konzerte. Es wurde eine Erfolgsstory.

Ein Abend der Spitzenklasse

Was das Publikum dieses Mal erlebte, war ein Abend der absoluten Spitzenklasse. Eine große Rolle spielte dabei die Ausstrahlung des gebürtigen Ratingers Franz Benton – er, der Wahlmünchner, der dem Niederrhein verbunden ist, der jahrelang in Kleve lebte, ist begnadeter Sänger und Liedermacher. Schon bei den ersten Takten hatte er sein Publikum im Griff, beim zweiten Song sprühte die erste Wunderkerze Funken, beim dritten hatte er die Zuhörer so gefesselt, dass die mitklatschten.

            Nicht zuletzt, weil zwei Vollblutmusiker in ihren Bann zogen – mal melancholisch, mal temperamentvoll. Seit dreizehn Jahren begleitet Benton der Paraguayer Kiko Pedrozo,

ein Harfenist von Weltklasse. Es ist schon ungewöhnlich, wenn ein Liedermacher wie Benton, der in einem Konzert drei verschiedene Gitarren spielt, sich von der klassischen Harfe begleiten lässt. Pedrozo erwies sich als fingerfertiger Ackrobat auf den Saiten der Harfe. Seine mit südamerikanischem Temperament garnierten Soli, immer wieder in Bentons Lieder eingebaut, begeisterten die Fans. Auch Bentons Neuer, der junge Allgäuer Hansi Zeller, am Keyboard, mit Akkordeon oder dem Flügelhorn, erwies sich als „Großer“: Er zeigte, was aus einer Harmonika herauszuholen ist.

            Bentons neues, zehntes Album, „The Queen of the Islands”, eine Hommage an eine kleine Insel südlich Ibizas, riss das Publikum von den Stühlen. Neue Folk-Rock-Balladen, jede eine Perle, aus Bentons eigener Feder, aus der Stimme seiner Seele entstanden. Für den Zuhörer gab es ein grandioses Klangbild; es war ein Hochgenuss für musikalische Gourmets. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht wieder vier Jahre dauert, bis Benton erneut nach Rheinberg kommt.


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