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Mainpost vom 20.11.2006

Benton und die präsenile Bettflucht (von Reinhard Glaab)

 Liedermacher rockte im Würzburger Bockshorn

 Würzburg: Der Fanclub aus Gramschatz ist gekommen und viele Treue aus der Benton-Gemeinde, um ihr Idol noch einmal zu erleben. „Ein Abschied für viele Jahre“ orakelt der schmissige Sänger und wirkt dabei freudig gestimmt auf die kommende konzertfreie Zeit. Bevor die allerdings anbricht, lässt es der 54-Jährige mit seiner Zwei-Mann-Band nochmals ordentlich krachen. Gute zwei Stunden powert er mit einer Mischung aus kantigem Rock, temperamentsprühendem Folk und sanften Liedern im voll besetzten Bockshorn in Würzburg.

            Die Lautstärkeregler stehen am Anschlag, keine Beschwerden über den Sound – der Meister hat auch dies im Griff. Sein Publikum folgt ihm bei seinen emotionsgeladenen Songs und kann an der ausdruckstarken Mimik die innere Bewegung des Künstlers nachempfinden. „Your Skin is my Castle“ zählt zu den Liedern, mit denen Benton seine eigenwillige Musikalität beweist.

Mit Witz und Charme          

Sein persönliches Erfolgsrezept beruht auf Melodien, deren Klarheit der Schmelz zum Millionenhit fehlt. So mögen ihn seine Verehrer beiderlei Geschlechts seit 20 Jahren: in selbstgewählter Bescheidenheit auf anspruchsvollem Weg. Dabei gehen Charme und Witz nicht verloren. Seine Tipps, wie man präsenile Bettflucht Gewinn bringend für die Beziehungskiste ausarbeiten kann, packt er in Akkorde und macht dabei noch ein „i“ für ein „e“ vor: „Six in the Morning“.

            Der ausgeschlafene Typ stützt seine „Jubiläumstour 2006“ auf zwei Begleiter, die instrumental bestens mit seiner Gitarre harmonieren. Seit 15 Jahren treibt er mit dem Harfenisten Kiko Pedrozo seine Scherze und ein hörenswertes Zusammenspiel. Der südamerikanische Virtuose beherrscht nicht nur die Saiten mit perfekter Eleganz. Seine Percussion, mit geringem Equipment, aber effektiv, sorgt für stimmige Rhythmen und passendes Tempo. Hansi Zeller fungiert als bayerisches Pendent. Sanft lächelnd und versonnen, bei Bedarf auch mit folkloristischem Schwung, bringt er das Akkordeon in den instrumentalen Dreiklang ein. Das Trio versteht es, Stimmung, Begeisterung und Wunderkerzen hoch zu halten: „So wie mit dir“ klingt wie ein Versprechen, dass die Wartezeit bis zum Wiedersehen doch nicht bis zu Bentons totalem Haarausfall dauert.

 

 

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